Mastodon

Fancy der große seines Jahrzehntes

Listen to this article
Foto : Koch Universal Music

 

Der Euro Disco König kommt am 12 Dezember 2026 zu seiner letzten Tour nach Bremen ins Modernes .Es gibt noch Karten…

 

 

Gepuderte Wangen, dunkle Sonnenbrille und ein treibender Maschinen-Beat, der in den Achtzigern die Dancefloors von München bis New York zum Kochen brachte: Das war und ist Fancy. Hinter der schillernden Kunstfigur steckt ein waschechter Münchner: Manfred Alois Segieth. Kaum zu glauben, aber die Euro-Disco-Legende feierte im Sommer seinen 80. Geburtstag und denkt trotzdem noch lange nicht an den Ruhestand.

Fancys Weg zum Pop-Olymp war alles andere als gewöhnlich. Seine Jugend verbrachte er zeitweise im strengen Klosterinternat der Kapuziner – weltliche Musik war dort strikt verboten. Platten von Rock-’n’-Roll-Größen musste der junge Manfred heimlich hören. Nach einer Ausbildung zum Verlagskaufmann zog es ihn endgültig ins Musikgeschäft. Bevor er selbst im Rampenlicht stand, arbeitete er jahrelang im Hintergrund als Produzent, Komponist und schrieb unter dem Pseudonym Tess deutsche Schlagertexte. Doch der ganz große Traum war ein anderer: der internationale Dance-Sound.

Der große Knall kam 1984. Mit „Slice Me Nice“ stürmte Fancy die Charts. Was viele nicht wissen: Fancy war kein reines europäisches Phänomen. Mit eben jenem „Chinese Eyes“ und dem Nachfolger „Come Inside“ schaffte er es im Jahr 1985 bis auf Platz 2 der US-Billboard-Dance-Charts. In Spanien stand er mit der Hymne „Bolero“ sensationelle sechs Monate lang an der Chartspitze. Fancy kreierte mit seinem Team den berühmt-berüchtigten „Maschinen-Beat“ – einen hypnotischen, elektronischen Rhythmus, der perfekt in das goldene Zeitalter der Diskotheken passte.

Seinen unsterblichen Ritterschlag holte sich der Euro-Disco-King im Jahr 1988. Mit „Flames of Love“ schuf er einen weltweiten Mega-Hit und einen zeitlosen Evergreen, der auch heute noch auf keiner 80er-Party fehlen darf. Fancy bewies absolutes Star-Potenzial, lehnte den klassischen Starkult privat aber immer ab. Lieber konzentrierte er sich auf die Arbeit: Er remixte Songs für die Pet Shop Boys, produzierte Musik für die Magier Siegfried & Roy in Las Vegas und engagierte sich privat stark für den Tierschutz, insbesondere für den Bau von Freigehegen für Großkatzen.

Auch vier Jahrzehnte nach seinen ersten Hits bleibt Fancy ein absolutes Phänomen. Ob bei Shows in Südamerika auf über 4.000 Metern Höhe oder im Rahmen seiner aktuellen Deutschlandtour – auf der Bühne versprüht er immer noch dieselbe glitzernde Energie wie damals. Wir verneigen uns vor einer echten deutschen Pop-Legende.

Schreibe einen Kommentar

Urheberrechte der Fotos stehen jeweils im Artikel der Meldungen / Copyright information for the photos can be found in the respective article.

Error

JavaScript von kostenlose-javascripts.de